Der Buchmarkt bietet viele Werkzeugbücher: Gewisse blättert man durch, liest bekannte Modelle, welche leicht adaptiert und neu verpackt wurden. Die Toolbox «Act creative» gehört zu einer anderen Sorte. Man spürt die Vielseitigkeit des Autorinnenquartetts, trotz starkem Bezug zum Psychodrama, in den Methoden. Die Autorinnen bieten auf den ersten Seiten eine gute Navigationsmöglichkeit. Einerseits unterscheiden sie Starter, für den Einstieg oder Explorer mit umfassenderen Tools, welche eine ganze Sitzung oder weitere Prozessschritte beschreiben. Andererseits kann man sich nach Anliegenart (bspw. mit sich selbst in Kontakt kommen, Perspektivenwechsel, Konflikte bearbeiten) oder nach Zielgruppen wie Einzelpersonen, Paaren oder Teams orientieren. Sie liefern der Beratungsperson aus Supervision, Therapie oder Coaching neue Werkzeuge und beschreiben diese in einer guten Art. Die Methoden werden übersichtlich, immer im gleichen Muster, erklärt und beinhalten Hintergrundinformationen und Methodiktipps in einer ausreichenden Tiefe, mit Variationsmöglichkeiten, ohne zu viel Wissen zu vermitteln. Bei gewissen Übungen werden einem sogar Formulierungstipps gegeben, welche unterstützen, ohne zu bevormunden. Hilfreich sind auch die Hinweise, in welchen Situationen die Tools nicht hilfreich sind, sowie die Quellenhinweise, um noch mehr über das Thema oder den Ansatz zu lesen. Dies macht das Werkzeugbuch schnell einsetzbar, ohne die nötige Tiefe zu verlieren. Der Klappentext wirbt mit «Wer eine zündende Idee, eine überraschende Intervention oder eine bewährte Übung sucht, wird hier fündig». Dies ist dem Beraterinnenquartett gelungen, und ich sehe es als hilfreichen Praxisbegleiter gegen den Beratungstrott.
Christian Stadler, Sabine Spitzer-Prochazka, Eva Kern, Bärbel Kress
Act creative!
Effektive Tools für Beratung, Coaching, Psychotherapie und Supervision
Klett-Cotta Verlag
1. Auflage 2016
256 Seiten, broschiert
ISBN 978-3-608-89 157-7